Nachhaltigkeit

Achtsamkeit ist wichtig!

Jede Lieferkette ist nur so stark wie ihr schwächstes Glied.

Nachhaltigkeit ist ein Handlungsprinzip zur Ressourcen-Nutzung, bei dem eine dauerhafte Bedürfnisbefriedigung durch die Bewahrung der natürlichen Regenerationsfähigkeit aller beteiligten Systeme (vor allem von Lebewesen und Ökosystemen) gewährleistet werden soll. Das hört sich sehr kompliziert an, funktioniert im der Fruchtbranche aber schon seit vielen Jahrzehnten. Jede Lieferkette kann auf Dauer nur bestehen, wenn auf die ökonomische, ökologische und soziale Nachhaltigkeit geachtet wird.

Obst + Gemüse ist Klimaschutz

Frisches Obst und Gemüse ist nicht nur lecker und gesund, es ist auch das perfekte Nahrungsmittel in punkto Klimaschutz. Als unverarbeitetes pflanzliches Lebensmittel hat dieser Sektor die beste Klimabilanz von allen Produkten, die man bei uns kaufen kann.

Und dabei spielt es im Prinzip keine Rolle, um welche Produkte es sich handelt oder wo die Waren herkommen. Bei Bananen oder Ananas aus Übersee zum Beispiel ist die CO2-Belastung zwar etwas höher als bei hiesigen Produkten, aber auf das Kilogramm gerechnet, macht der Schiffstransport so gut wie nichts aus. Da ist es von größerer Bedeutung, ob man das Obst mit dem Fahrrad oder mit dem Auto einkauft. Oder ob man zuhause einen älteren oder neuen Kühlschrank hat, der effizienter arbeitet.

Zertifizierungen

GLOBALG.A.P.

GLOBALG.A.P., ein weltweiter Standard für Gute Agrarpraxis, bietet verschiedene Zertifizierungen und Standards für Erzeuger der drei Produktbereiche: Pflanzen, landwirtschaftliche Nutztiere und Aquakulturen.

≫ zur Website
QS GAP

Das wirtschaftsinitiierte QS-System setzt die Eigenkontrollen in den Unternehmen und eine neutrale Kontrolle um. QS GAP umfasst den gesamten Herstellungsprozess vom Anbau bis zur Vermarktung von Obst, Gemüse und Kartoffeln.

≫ zur Website
Rainforest Alliance

Rainforest Alliance arbeitet als internationale Organisation für Zertifizierungen an der Schnittstelle von Handel und Landwirtschaft. Die Standards umfassen Anforderungen an die ökologische, soziale und ökonomische Nachhaltigkeit.

≫ zur Website
IFS

Die internationalen Prozessstandards des IFS stellen sicher, dass die gesetzlichen Anforderungen an Lebensmittelsicherheit und Qualität eingehalten werden. Einheitliche Vorgaben helfen den Anwendern bei der Umsetzung.

≫ zur Website
SIZA

SIZA (Sustainability Initiative of South Africa) ist die Nachhaltigkeitsinitiative Südafrikas. Sie bietet eine Plattform für die Akteure in der Landwirtschaft, um einen ethisch und ökologisch nachhaltigen Handel zu gewährleisten.

≫ zur Website

Bio

Auch im Fruchthandel nimmt die Bedeutung von ökologisch erzeugten Produkten zu. Immer mehr Verbraucher greifen nach Bio-Obst und -Gemüse in den Regalen der Supermärkte. Neben den klassischen Biomärkten bieten auch die großen Handelshäuser und Discounter ein umfangreiches Biosortiment an, das immer mehr nachgefragt wird. Viele Verbraucher legen Wert darauf, dass ihre Produkte möglichst umweltschonend und nachhaltig erzeugt werden. Dafür sind sie auch bereit, einen höheren Preis zu bezahlen.

Der höhere Preis ist begründet durch die besonderen Herausforderungen, die der Anbau und der Handel mit Bio-Obst und -Gemüse mit sich bringt. Insbesondere der Verzicht auf chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel birgt viele Risiken und Probleme. So stellen Pflanzenkrankheiten und Schädlinge ein deutlich größeres Risiko für die Ernte dar als im konventionellen Anbau. Auch Transport und Lagerung sind häufig anspruchsvoller. Konservierende Zusatzstoffe, die eine Schimmelbildung etwa bei Zitrusfrüchten verhindern, sind für Bioprodukte nicht zugelassen. Ebenso sind natürliche Wachse wie Bienenwachs oder Carnaubawachs zum Schutz der Früchte nicht zugelassen. Der Handel mit Bio-Obst und -Gemüse erfordert daher viel Flexibilität und Planungsaufwand. Diese Herausforderungen nehmen unsere Mitgliedsunternehmen gerne an, um so einen wichtigen Beitrag zu mehr Umweltschutz und einer nachhaltigeren Landwirtschaft zu leisten.

Pflanzengesundheit

  

Erdbeeren im Winter, Orangen im Sommer und ein breites Sortiment an exotischen Früchten im Supermarktregal. Der Verbraucher hat sich längst an die ganzjährige Verfügbarkeit von Obst und Gemüse gewöhnt. Um den Bedarf zu decken, unterhalten unsere Unternehmen globale Lieferbeziehungen in der ganzen Welt. Zitrusfrüchte aus Südafrika, Spargel aus Peru oder Drachenfrüchte aus Vietnam – kaum eine Branche ist so international vernetzt wie der Fruchthandel.

Die Globalisierung des Handels mit Obst und Gemüse birgt jedoch auch Risiken für die europäische Landwirtschaft. Viele Schädlinge und Pflanzenkrankheiten aus anderen Ländern treten in der EU bislang nicht auf. Gerade für die europäischen Erzeuger ist es wichtig, dass keine Schädlinge in die EU eingeschleppt werden, die für die heimischen Pflanzen eine Bedrohung darstellen können. Sogenannte phytosanitäre Maßnahmen sind gesetzliche Regelungen, die die Einschleppungsgefahr von nicht heimischen Schädlingen reduzieren sollen. Solche Maßnahmen sind zur Verhütung gravierender wirtschaftlicher und ökologischer Schäden sinnvoll und notwendig. Sie können jedoch den Import von Obst und Gemüse erheblich erschweren. Um unnötige Handelshemmnisse zu verhindern, setzt sich der DFHV daher für eine transparente Entwicklung der phytosanitären Maßnahmen unter Wahrung der Verhältnismäßigkeit ein.