QM-Information 55/2020 – SANTE 12092/2019, Rev3: RHG-Änderungen (Bezug: VO 396/2005)

VO-Entwurf zu RHG-Änderungen für 9 WK + 1 Repellent (SANTE 12092/2019, Rev3)
– überwiegend RHG-Absenkungen, wenige Anhebungen
– WTO-Notifizierung: Kommentare bis 01.05.2020

VO-Entwurf zu RHG-Änderungen für 9 WK + 1 Repellent (SANTE 12092/2019, Rev3)
– überwiegend RHG-Absenkungen, wenige Anhebungen
– WTO-Notifizierung: Kommentare bis 01.05.2020

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Mitglieder!

Informationen der Lieferanten (WTO-Notifizierung): Frist bis 01.05.2020

Die EU-Kommission hat den Verordnungsentwurf (SANTE 12092/2019 Rev3) nebst Anhang zur RHG-Änderung von Rückstandshöchstgehalten (RHG) am 02.03.2020 bei der WTO notifiziert (s. Anlage). Kommentare zu dem Entwurf können bis zum 01.05.2020 bei der WTO eingereicht werden.

Wir empfehlen, Ihre Vorlieferanten in Drittstaaten auf die geplanten Änderungen hinzuweisen. In dem Fall, dass in den Drittstaaten zugelassene Anwendungen existieren, die zu höheren Rückständen als die vorgeschlagenen RHG führen, sollten die betroffenen Drittstaaten umgehend Importtoleranzen bei der EU beantragen.

SANTE 12092/2019 Rev3: vorrangig RHG-Absenkungen für 9 WK

Mit dem Vorhaben sind in erster Linie RHG-Absenkungen auf die analytische Bestimmungsgrenze (BG) und nur vereinzelt RHG-Anhebungen verbunden. Betroffen sind Azinphos-methyl, Bentazon, Dimethomorph, Fludioxonil, Flufenoxuron, Oxadiazon, Phosalon, Pyraclostrobin, Teflubenzuron und Repellent „tail oil“. Dabei betrifft Teflubenzuron nicht den O+G-Bereich.

Bei Azinphos-methyl, Flufenoxuron, Oxadiazon und Phosalon handelt es sich um WK, die in der EU nicht (mehr) zugelassen sind. Deshalb sollen diese RHG auf die analytische Bestimmungsgrenze (BG) abgesenkt werden.

Details zu den Wirkstoff-/Produktkombinationen entnehmen Sie bitte den beigefügten Anlagen, u.a. der Übersicht „current-new“, in der die gültigen den neuen RHG gegenübergestellt sind (VO-Entwurf, Annex „current-new“, WTO-Notifizierung).

Einige Hinweise zu den jeweiligen WK finden Sie am Ende dieser QM-Info.

Neue RHG gültig nach 6 Monaten, inkl. Übergangsregelung mit Ausnahmen

Die VO soll 20 Tage nach Veröffentlichung im EU-Amtsblatt in Kraft treten. Die neuen RHG gelten aber erst 6 Monate später („deferral period“ / „grace period“). Der Zeitplan hängt derzeit noch davon ab, wann die Abstimmung im Ständigen Ausschusses (SCoPAFF) geplant ist.

Darüber hinaus werden in Art. 2 Übergangsregelungen („transitional measures / period“) gewährt. Diese besagen: alle Erzeugnisse, die vor dem Stichtag „neue RHG gültig“ in der EU hergestellt (EU-Ware) oder in die EU importiert wurden (Drittlandsware), können weiterhin vermarktet werden, wenn sie die derzeit gültigen RHG (dann „alten, höheren“ RHG) einhalten, die bis zum Stichtag galten. Diese Regelung wird auch als „Abverkaufsfrist“ bezeichnet, da die Ware bis zum Ende der Haltbarkeit vermarktet werden kann.

Die Übergangsregelung ist NICHT für Pyraclostrobin/Tafeltrauben sowie „tail oil“/alle Produkte vorgesehen. Hier gelten die neuen RHG dann direkt ab dem Stichtag.

Hinweis: SANTE als Vorstufe zur EU-Verordnung

Bitte berücksichtigen Sie, dass es sich hier noch um einen VO-Entwurf handelt, der bis zur Veröffentlichung der endgültigen VO noch Änderungen erfahren kann.

Über die weitere Vorgehensweise werden wir Sie entsprechend informieren.

Anlagen:

-SANTE 12092/2019_Rev3

-SANTE 12092/2019_Rev3, Annex, current-new values

-SANTE 12092/2019_Rev3, WTO-Notifizierung 371

Hier einige kurze Hinweise zu den jeweiligen Wirkstoffen:

– Azinphos-methyl: RHG-Absenkung auf 0,01*, außer Kräuter auf 0,02* mg/kg

– Benazon: RHG-Absenkung Kartoffeln (von 0,2 auf 0,15 mg/kg), Porree (von 0,1 auf 0,03* mg/kg)

– Dimethomorph: RHG-Absenkung Brom-/Himbeeren (von 0,05 auf 0,01* mg/kg)

– Fludioxonil: RHG-Anhebung Rhabarber (von 0,01* auf 0,7 mg/kg)

– Flufenoxuron: RHG-Absenkung auf 0,01* mg/kg

– Oxadiozon: RHG-Absenkung auf 0,01* mg/kg

– Phosalon, u.a. RHG-Absenkung Steinobst (von 0,2 auf 0,01* mg/kg)

– Pyraclostrobin: RHG-Absenkung Tafeltrauben (von 1 auf 0,3 mg/kg), RHG-Anhebung Zuckermais (von 0,02* auf 0,04 mg/kg)

Mit freundlichen Grüßen
Deutscher Fruchthandelsverband e.V.

Anlage 2020_55_SANTE_12092_2019_Rev3

Anlage 2020_55_SANTE_12092_2019_Rev3_Annex_current-new

Anlage 2020_55_SANTE_12092_2019_Rev3_WTO 371