QM-Information 11/2020 – Lebensmittelüberwachung (BVL-Quartalsauswertung)

BVL-Quartalsauswertung (Q3/2019): Rückstände von PSM aus der LM-ÜW
– Probenvolumen gegenüber Vorquartal um 13 % gesunken
– Hauptanteil aller Proben aus Deutschland (55 %)
– rückläufige ÜS-Quote bei allen Herkünften (Deutschland und EU unter 1 %)

BVL-Quartalsauswertung (Q3/2019): Rückstände von PSM aus der LM-ÜW
– Probenvolumen gegenüber Vorquartal um 13 % gesunken
– Hauptanteil aller Proben aus Deutschland (55 %)
– rückläufige ÜS-Quote bei allen Herkünften (Deutschland und EU unter 1 %)

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Mitglieder!

BVL-Quartalsauswertung Q3/2019 (Sept – Nov 2019)

Mit insgesamt 5.693 Proben hat sich das Probenvolumen um 328 Proben gegenüber dem vorherigen Quartal verringert. Das entspricht einer Absenkung von 13 % im Vergleich zum Vorquartal (Q2-19), aber lediglich einen Rückgang von 3 % im Vergleich zum Quartal des Vorjahres (Q3-18). Das verringerte Probenvolumen betrifft alle Herkünfte, vorrangig Proben aus Deutschland, deren Anteil um 18 % gesunken ist, gefolgt von Proben aus Drittländern (- 13 %) und Proben aus der EU (- 12 %).

Die BVL-Quartalsauswertung 3/2019 (pdf) entnehmen Sie bitte der Anlage. Die zugehörige Excel-Tabelle finden Sie wie gewohnt im DFHV-Extranet.

Beprobt wurden bei O+G vorrangig (Anzahl > 140 Proben, Ranking absteigend):

Erdbeeren (268), Pflaumen (258), Pfirsiche (210), Äpfel (181), Tomaten (181), grüner Salat (179), Kartoffeln (160), Kulturpilze (147), Zucchini (145), frische Kräuter (143)

gefolgt von Erzeugnissen (mit einer Probenanzahl > 90 Proben, Ranking absteigend)

Kirschen, Spinat, Himbeeren, Kopfkohl, Karotten, Heidelbeeren, Tafeltrauben, Paprika und Avocados.

Erneut: Viele Erzeugnisse ohne RHG-Überschreitungen

Wie schon im vorherigen Quartal wurde auch im Herbst 2019 bei vielen Erzeugnissen keine Überschreitungen der Rückstandshöchstgehalte (RHG-ÜS) festgestellt.

Obst: Grapefruit/Pomelos, Orangen, Mandarinen, Äpfel, Aprikosen, Pfirsiche, Pflaumen, Tafeltrauben, Heidel-/Johannis-/Stachelbeeren, Feigen, Kiwis, Avocados, Papayas, Granatäpfel und Ananas

Gemüse: Karotten, Zwiebeln, Frühlingszwiebeln, Süßkartoffeln, Zuckermais, Kürbis, Rosen-/Kopf-/Chinakohl, Kohlrabi, Feld-/Kraussalat, Mangold, Erbsen (mit Hülsen), Spargel, Porree, Wilde Pilze

Bei den nachfolgenden Erzeugnissen wurde lediglich eine RHG-ÜS festgestellt: Zitronen, Birnen, Kirschen, Brombeeren, Stachelfeige, Bananen, Mangos, Kartoffeln, Tomaten, Zucchini, Melonen, Broccoli, Blumenkohl, grüner Salat, Rucola, Bohnen (mit Hülsen), Stangensellerie, Fenchel und Kulturpilze.

Deutschland: 55 % aller Proben, davon 48 % rückstandsfrei (ÜS-Quote 0,7 %)

Erneut stammte mehr als die Hälfte aller Proben (55 %) allein aus Deutschland (3.122 Proben). Trotzdem sank die Probenanzahl im Vergleich zum Vorquartal um 328 Proben, ein Rückgang von 18 %. Darunter waren 48 % rückstandsfrei.

Mit 0,7 % ist die Überschreitungsquote (ÜS-Quote) im Vergleich zum Vorquartal (Q2-19) nochmal um 0,2 Prozentpunkte gesunken, damit liegt sie seit drei Quartalen bei ≤ 1 % (März – Nov 2019).

Allerdings wurden von den insgesamt 21 Beanstandungen (> RHG) allein 17 im O+G-Bereich festgestellt. Betroffen waren: Birnen (1x), Kirschen (1x), Erdbeeren (1x), Brombeeren (1x), Tomaten (1x), Zucchini (1x), grüner Salat (1x), Rucola (1x), Spinat (1x), frische Kräuter (5x), Stangensellerie (1x), Fenchel (1x), Rhabarber (1x).

Bei deutscher Ware gehörten neben den vielen Erzeugnissen ohne RHG-ÜS (s.o.) zusätzlich noch folgende O+G-Produkte zur Gruppe ohne Beanstandungen: Himbeeren, Kartoffeln, Paprika, Gurken, Broccoli, Blumenkohl, Bohnen (mit Hülsen) und Kulturpilze.

EU-MG-Staaten: nur 21 % aller Proben, nur 27 % rückstandsfrei (ÜS-Quote 0,7 %)

Von den 1.180 Proben aus anderen EU-Mitgliedstaaten (21 % aller Proben) waren gut 1/4 ohne Rückstände (27 %). Allerdings hat sich auch hier das Probenvolumen im Vergleich zum Vorquartal um 212 Proben verringert, das entspricht einem Rückgang von 12 %.

Nach neun Monaten (Ende 2018/Anfang 2019) ist die ÜS-Quote erneut auf unter 1 % gesunken, da lediglich 8 Proben (0,7 %) oberhalb der RHG lagen, darunter 6x O+G-Proben: Paprika (1x), Gurken (2x), Melonen (1x), Spinat (1x) und Kulturpilze (1x).

Nicht beanstandet wurden des Weiteren (mind. 10 Proben): Birnen, Kirschen, Erdbeeren, Himbeeren, Kartoffeln, Tomaten und grüner Salat.

Drittländer: nur 13 % aller Proben, 30 % rückstandsfrei, ÜS-Quote auf 3,2 % gesunken

Das rückläufige Gesamtprobenvolumen geht auch zu Lasten der Proben aus Drittländern, dessen Anzahl auf 729 gesunken ist, im Vergleich zum Vorquartal (Q2-19) ein Rückgang von 125 Proben. Das entspricht wie schon im vorherigen Quartal lediglich 13 % aller Proben. Der Anteil rückstandsfreier Proben ist gegenüber dem Vorquartal um 2,5 Prozentpunkte auf 30 % gesunken.

Da lediglich 23 Proben beanstandet werden mussten, liegt die ÜS-Quote bei 3,2 % und damit seit fünf Quartalen (Juni 2018) erstmalig wieder unter 4 %. Die Beanstandungen (> RHG) betrafen bei O+G die nachfolgenden 17 Erzeugnisse: Limetten (3x), Karambolen (1x), Litschi (1x), Passionsfrucht/Maracuja (2x), Stachelfeige/Pitahayas (1x), Bananen (1x), Mangos (1x), Kartoffeln (1x), Paprika (1x), Okra (2x), Spinat (1x), frische Kräuter (1x) und Bohnen mit (1x).

Keine RHG-ÜS wurden festgestellt bei (mind. 10 Proben): Kirschen und Himbeeren.

Hintergrundinfos

Allgemeine Infos zur BVL-Quartalsauswertung

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) veröffentlicht alle drei Monate die Ergebnisse der Lebensmittelüberwachung, um eine hohe Aktualität der Rückstandssituation bei Pflanzenschutzmitteln (PSM) in Lebensmitteln zu erzielen. Ausgewertet werden die von den Ländern an das BVL übermittelten Daten zu Rückständen von PSM (u. a. nach Herkunft, Anzahl Proben gesamt, Anzahl RHG-Überschreitungen etc.).

Beim Begriff Quartal nutzt das BVL allerdings nicht die üblichen Quartalszeiträume, z. B. Q1 für Jan bis März. Dies ist einerseits historisch bedingt, da die erste BVL-Quartalsauswertung 2009 den Zeitraum März bis Mai abdeckte und hängt laut BVL-Aussage auch mit der Übermittlung der Ergebnisse aus den jeweiligen Bundesländern zusammen, mit der Bitte um Beachtung. Das BVL stellt die Ergebnisse als pdf und zusätzlich im Excel-Format zur Verfügung.

Anteil Proben nach Herkunft

Die BVL-Auswertung unterscheidet bei der Proben-Herkunft zwischen Deutschland, anderen EU-Mitgliedstaaten, Drittländern und unbekannter Herkunft. In der Regel entfällt der größte Anteil auf Proben aus Deutschland. Dabei zeigt sich im Jahresvergleich regelmäßig eine Verschiebung: der Anteil Proben aus Deutschland steigt zum Herbst hin an (auf > 50 %) und sinkt für Proben aus anderen EU-MG-Staaten (auf 25 %) sowie Proben aus Drittländern (auf 14 %).

Mit freundlichen Grüßen
Deutscher Fruchthandelsverband e.V.

Anlage 2020_11_BVL_Q3-2019