QM-Information 09/2020 – Lebensmittelüberwachung (BVL-Quartalsauswertung)

BVL-Quartalsauswertung (Q2/2019): Rückstände von PSM aus der LM-ÜW
– insgesamt erhöhtes Probenvolumen (> 6.500 Proben)
– über die Hälfte aller Proben aus Deutschland
– rückläufige ÜS-Quote bei deutscher Ware (auf 0,9 %) und EU-Proben (auf 1,5 %)

BVL-Quartalsauswertung (Q2/2019): Rückstände von PSM aus der LM-ÜW
– insgesamt erhöhtes Probenvolumen (> 6.500 Proben)
– über die Hälfte aller Proben aus Deutschland
– rückläufige ÜS-Quote bei deutscher Ware (auf 0,9 %) und EU-Proben (auf 1,5 %)

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Mitglieder!

BVL-Quartalsauswertung Q2/2019 (Juni – August 2019)

Seit Mitte 2018 ist das Gesamtprobenvolumen der amtlichen Lebensmittelüberwachung (LM-ÜW) kontinuierlich rückläufig (von 5.981 auf 5.097 Proben).

Nach über 1 Jahr hat sich das Probenvolumen wieder erhöht, gegenüber dem vorherigen Quartal um 1.425 Proben auf insgesamt 6.522 Proben. Das entspricht einer Steigerung vom 28 % im Vergleich zum Vorquartal (Q1-2019) und einem Anstieg von 9 % im Vergleich zum identischen Quartal des Vorjahres (Q2-2018). Das gestiegene Probenvolumen betrifft ausschließlich Proben aus Deutschland (+ 1.641 Proben).

Die BVL-Quartalsauswertung 2/2019 (pdf) entnehmen Sie bitte der Anlage. Die zugehörige Excel-Tabelle finden Sie im DFHV-Extranet.

Beprobt wurden bei O+G vorrangig (Anzahl > 130 Proben, Ranking absteigend):

Spargel (372), Erdbeeren (358), Grüner Salat (197), frische Kräuter (165), Kulturpilze (157), Äpfel (155), Himbeeren (153), Paprika (148), Kartoffeln (147), Spinat (133) und Pfirsiche (131)

gefolgt von Erzeugnissen (mit einer Probenanzahl > 60 Proben, Ranking absteigend)

Tomaten, Kirschen, Tafeltrauben, Gurken, Avocados, Broccoli und Aprikosen.

Viele Erzeugnisse ohne RHG-Überschreitungen

Positiv hervorzuheben ist die Vielzahl der Erzeugnisse, bei denen keine RHG-ÜS (Überschreitungen der Rückstandshöchstgehalte) festgestellt wurden.

Obst: dazu zählen bei Zitrusfrüchten Grapefruit/Pomelos, Orangen, Zitronen und Mandarinen; des Weiteren Aprikosen, Kirschen Pfirsiche, Pflaumen, Tafeltrauben, Heidel- und Johannisbeeren, Persimon, Kiwis, Avocados, Bananen und Mangos, aber auch Brombeeren und Wassermelonen (wobei die Probenanzahl hier < 10 betrug)

Gemüse: Karotten, Knollensellerie, rote Rüben, Rettich/Radieschen, Zwiebeln, Frühlingszwiebeln, Zuckermais, Kopfkohl, Kohlrabi, Chicoree, Fenchel, Rhabarber und Kulturpilze, aber auch Kraussalat, Mangold, Pastinaken, Erbsen mit Hülsen und Wilde Pilze (wobei die Probenanzahl bei den Letztgenannten < 10 betrug)

Ferner wurde bei den nachfolgenden Erzeugnissen lediglich eine RHG-ÜS festgestellt: Limetten, Äpfel, Birnen, Ananas, Granatäpfel, Auberginen, Gurken, Zucchini, Melonen, Kürbis, Chinakohl, Feldsalat, Erbsen (ohne Hülsen) und Porree.

Deutschland: 53 % aller Proben, davon fast die Hälfte rückstandsfrei (ÜS-Quote 0,9 %)

Mit 3.450 Proben (53 % aller Proben) ist die Probenanzahl aus Deutschland seit 1 ½ Jahren wieder auf über 3.000 Proben gestiegen und hat sich im Vergleich zum Vorquartal fast verdoppelt (+ 91 %) (Vergleich: Q1-19 mit 1.809 Proben).

Davon war fast die Hälfte (48 %) rückstandsfrei. Die Überschreitungsquote (ÜS-Quote) ist im Vergleich zum Vorquartal auf 0,9 % gesunken und liegt damit erneut unterhalb der vom NAP (Nationaler Aktionsplan Pflanzenschuztmittel) geforderten Grenze von 1 %.

Von den insgesamt 32 Proben oberhalb der RHG betrafen 16 Proben den O+G-Bereich: Äpfel (1x), Birnen (1x), Himbeeren (1x), Stachelbeeren (1x), Kartoffeln (1x), Tomaten (1x), Chinakohl (1x), Grünkohl (2x), Feldsalat (1x), frische Kräuter (5x), Porree (1x).

Neben allen Erzeugnissen unter „Viele Erzeugnisse ohne RHG-ÜS“ (s.o.) gab es zusätzlich bei deutscher Ware keine Beanstandungen bei (mind. 10 Proben): Erdbeeren, Gurken, Zucchini, Broccoli, Grüner Salat, Rucola und Spinat.

EU-MG-Staaten: nur 21 % aller Proben, davon 30 % rückstandsfrei (ÜS-Quote 1,5 %)

Der Anteil Proben aus anderen EU-Mitgliedstaaten ist im Vergleich zum Vorquartal um 360 Proben auf gesamt 1.392 Proben gesunken und entspricht gerade mal 21 % des Gesamtprobenvolumens. Darunter waren 30 % rückstandsfrei.

Erfreulicherweise ist auch die ÜS-Quote gesunken, im Vergleich zum vorherigen Quartal (Q1-19) von 2,2 % auf 1,5 % (Q2-19).

Bei 18 der insgesamt 21 RHG-Überschreitungen handelte es sich um O+G-Erzeugnisse: Erdbeeren (3x), Himbeeren (1x), Papaya (1x), Kartoffeln (2x), Tomaten (1x), Paprika (2x), Zucchini (1x), Melonen (1x), Broccoli (1x), Grüner Salat (2x), Rucola (2x) und Spinat (1x).

Nicht beanstandet wurden des Weiteren (mind. 10 Proben): Äpfel, Birnen, Auberginen, Gurken, Feldsalat und frische Kräuter.

Drittländer: nur 13 % aller Proben, darunter 33 % rückstandsfrei (ÜS-Quote 5,2 %)

Auch die Anzahl Proben aus Drittländern ist im Vergleich zum Vorquartal um 132 Proben auf gesamt 854 Proben gesunken und liegt damit bei 13 % aller Proben.

Der Anteil rückstandsfreier Proben ist dagegen auf 33 % gestiegen. Insgesamt lagen 44 Proben oberhalb der RHG, eine minimal erhöhte ÜS-Quote (5,2 %) gegenüber dem Vorquartal (Q1-19 (5 %)).

31 der insgesamt 44 Beanstandungen betrafen den O+G-Bereich: Limetten (1x), Stachelbeeren (1x), Litschi (1x), Passionsfrucht/Maracuja (3x), Stachelfeige (1x), Papaya (4x), Guave (1x), Ananas (1x), Paprika (3x), Auberginen (1x), Gurken (1x), Kürbis (1x), Spinat (2x), Brunnenkresse (5x), frische Kräuter (3x) und Bohnen (mit Hülsen) (2x).

Keine Beanstandungen (> RHG) wurden festgestellt bei (mind. 10 Proben): Birnen, Himbeeren, Granatäpfel, Kartoffeln und Melonen.

Hintergrundinfos

Allgemeine Infos zur BVL-Quartalsauswertung

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) veröffentlicht alle drei Monate die Ergebnisse der Lebensmittelüberwachung, um eine hohe Aktualität der Rückstandssituation bei Pflanzenschutzmitteln (PSM) in Lebensmitteln zu erzielen. Ausgewertet werden die von den Ländern an das BVL übermittelten Daten zu Rückständen von PSM (u. a. nach Herkunft, Anzahl Proben gesamt, Anzahl RHG-Überschreitungen etc.).

Beim Begriff Quartal nutzt das BVL allerdings nicht die üblichen Quartalszeiträume, z. B. Q1 für Jan bis März. Dies ist einerseits historisch bedingt, da die erste BVL-Quartalsauswertung 2009 den Zeitraum März bis Mai abdeckte und hängt laut BVL-Aussage auch mit der Übermittlung der Ergebnisse aus den jeweiligen Bundesländern zusammen, mit der Bitte um Beachtung. Das BVL stellt die Ergebnisse als pdf und zusätzlich im Excel-Format zur Verfügung.

Anteil Proben nach Herkunft

Die BVL-Auswertung unterscheidet bei der Proben-Herkunft zwischen Deutschland, anderen EU-Mitgliedstaaten, Drittländern und unbekannter Herkunft. In der Regel entfällt der größte Anteil auf Proben aus Deutschland. Dabei zeigt sich im Jahresvergleich regelmäßig eine Verschiebung: der Anteil Proben aus Deutschland steigt zum Herbst hin an (auf > 50 %) und sinkt für Proben aus anderen EU-MG-Staaten (auf 25 %) sowie Proben aus Drittländern (auf 14 %).

Mit freundlichen Grüßen
Deutscher Fruchthandelsverband e.V.

Anlage 2020_09_BVL_Q2-2019